Good Times Roll

Bevor es final mit dem Bericht zu den Fixed Days weiter geht, hier der Bericht von unseren GTR Racing Team Fahrern Sam und Nils, zum Ghetto Crit, welches im Rahmen des Pankt Saulopoly am vergangenen Wochenende stattgefunden hat.

“Vom 21.03. bis zum 23.03 2014 fand das Pankt Saulopoly 2014 statt und Sam und ich hatten es, nach dem für das GTR Racing Team sportlich nicht ganz perfekten Wochenende in Berlin, insbesondere auf das Fixed Gear Ghetto Crit auf einem verlassenen Warenhausgelände in Hamburg Altona abgesehen.

Das Ghetto Crit

Nachdem wir, Kimberley, Sam und ich, Nils, unsere Schlafunterkünfte aufgesucht und unsere Sachen verstaut hatten, fanden wir uns um 20:00 Uhr auf dem Gelände ein, dass für das Ghetto Crit vorgesehen war. Der Name des Rennens hätte nicht treffender sein können. Es gab eine brennende Mülltonne , finster dröhnender Elektro und ein nur mit einigen Autoscheinwerfern beleuchteter Track in mitten eines düsteren Industriegebiets verlieh dem ganzen die besondere Note. Nur der Grillstand wirkte in diesem Ambiente etwas deplatziert. 

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Wir hatten gleich festgestellt, dass der etwa 300 Meter lange Kurs nicht einfach zu fahren sein würde. Der Kurs führt durch enge Gassen, zum Teil nur begrenzt von Steinmauern und Autos sowie Absperrbändern und -zäunen, mit denen wir bei hohen Geschwindigkeiten auf keinen Fall in Berührung kommen wollten. Außerdem zeigte sich der Belag zum Teil rissig und auch ein kleines Schlagloch „zierte“ hin und wieder die Strecke. Nach der  Start-Ziel-Geraden und einer kleinen Rampe folgte hinter einer weiteren Geraden eine Kurve, in der sich eine nicht einsehbare Kuhle befand, in welcher ich schon beim Einfahren einmal aufsetzte. Hier nach überraschten uns die Organisatoren mit einer aus blauen Plastikfässern aufgebauten Rechts-Links-Kombination, einer Spitzkehre und einer 20 cm hohen Kabelabdeckung, die einige Fahrer mit einem gekonnten Bunny Hop zu überwinden wussten, andere halsbrecherisch nur mit hochgerissenem  Vorderrad hinüber krachten.

Beim Einfahren war also die Streckenerkundung von besonderer Bedeutung, wollten wir unser erstes Ghetto Crit lebendig überstehen. Wir stellten außerdem fest, dass die Uneinsichtigkeit der Kurven viele Fahrer zum Skidden verleitete, so dass sich hier ein weiterer Risikopunkt ergab. Da wir es jedoch gewohnt sind, auf Skids zu verzichten, da sie nun mal auch Speed kosten, sahen wir darin auch eine Chance zum Überholen oder uns von anderen Fahrern abzusetzen.

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Unsere Vorläufe mit jeweils fünf Teilnehmern absolvierten Sam und ich mit Leichtigkeit. Sam schaffte es gleich nach der ersten Runde 20 Meter zwischen sich und den Zweiplatzierten zu bringen und fuhr das Ding locker nach Hause. Ich hatte einen schlechten Start, konnte jedoch gleich auf der zweiten Geraden die drei vor mir liegenden Fahrer hinter mir lassen und fuhr das Rennen gemeinsam mit einem recht wild fahrenden Holländer zu Ende. 

Im aus drei Rennen mit je 4 Fahrern bestehenden Halbfinale war für mich Schluss. Während im Vorlauf mein Kollege auf Vollbremsungen zu verzichten wusste, gönnte sich hier jeder einen kleinen Skid vor der Kurve, welchem ich dann nach wiederum schlechten Start zum Opfer fiel. Ich fuhr einem Vordermann leicht ins Rad, verlor ich die Balance und landete in einem Absperrzaun. Während dieser weiterfahren konnte und sich sogar noch für das Finale qualifizierte, haderte ich mit meinem Schicksal. Glücklicherweise hatte meine Aircastschiene, die ich wegen einer Bänderverletzung während des Rennens zur Sicherheit trug, Schlimmeres verhindert (an dieser Stelle möchte ich nochmal meinem persönlichen Sponsor, der Techniker Krankenkasse für die Schiene herzlich danken). Auch das Rad war heile geblieben und ich konnte jetzt nur noch Sam die Daumen für sein Weiterkommen drücken.

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Sam hatte in seinem Lauf wiederum keine Schwierigkeiten und qualifizierte sich als Erstplatzierter für das Finale, in welchem dann die sechs besten Ghetto Crit Fahrer an den Start gehen sollten. 

Im Finale ging Sam als Drittplatzierter in die erste Kurve und ich hatte Sorge, dass Sam keine Chance mehr auf den Sieg haben würde. Der führende Holländer in einem schwarz-gelben Skinsuit legte ein beachtliches Tempo vor und Überholversuche würden sich auf den recht kurzen Geraden als schwierig erweisen. Doch gleich in der zweiten Runde war Sam an die Spitze gefahren. Was war passiert?

Den Drittplatzierten hatte Sam in einem waghalsigen Überholmanöver kurz vor einer Kurve übersprintet und es gelang ihm gleich danach sich leicht von ihm abzusetzen.  Während das nächste Überholmanöver vorbereitet wurde, knallte es dann. Ein Reifenplatzer.  Sam konnte zum Glück nach dem ersten Schrecken aufatmen. Statt zum Überholsprint anzusetzen, musste dieser flink ausweichen, denn dem führenden war der Reifen geplatzt. Der Holländer folgte der Meute nur noch sein Rad schiebend im immer noch beherzten Dauerlauf. Der Reifenplatzer hatte seine Weiterfahrt unmöglich gemacht. Bis zum Ende des Rennens konnten die Verfolger Sam nicht mehr einholen. Im Ziel legte Sam noch zur Feier des Tages im Volltempo einen doppelten Whip Skid hin und genoss den Jubel der johlenden Menge.

Am Abend wurde dann noch kräftig mit der Szene vor dem „Landgang“ gefeiert und ringsum türmten sich zahlreiche „Immertreter“ und andere Gefährte mit Pedalantrieb.”

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Die im Text gezeigten Bilder habe ich mir von den Hardbrakern genommen, da gibt es noch eine ganze Menge mehr guter Bilder. Und ein Video zum Rennen findet ihr unter dem folgenden Link. Glückwunsch an Sam, das Team ist stolz auf dich!

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